Liebe Forscherin, wir haben in Basel einen Garten, in dem ein Kirschbaum wächst. Allerdings wächst in unserem Garten auch ein Hallimasch. Er muss sehr gross sein, denn er fällt im ganzen Viertel immer wieder Bäume. Nun möchte ich fragen, ob ich unter unserem Kirschbaum Pflanzen setzen kann, die dem Baum helfen, sich gegen den Hallimasch zu wehren. Wir haben schon Kalk in den Boden eingearbeitet, aber wir möchten gerne sichergehen. Auch würde ich gerne wissen, ob das ein einziger Hallimasch ist, der über mehrere Strassenzüge hinweg immer wieder Bäume sterben lässt. Liebe Grüsse Laila

Guten Tag Laila Suter

Hallimasche räumen den Wald auf

Hallimasche sind Pilze, die alte, geschwächte und tote Bäume befallen. Sie erfüllen damit eine wichtige ökologische Rolle. Sie schaffen Platz für Jungbäume und zersetzen totes Holz, so dass Nährstoffe wieder für Pflanzen verfügbar werden. Das funktioniert sehr gut in Wäldern.

Gestresste Bäume in der Stadt

Stadtbäume, insbesondere diejenigen entlang von Strassen, sind häufig gestresst durch Streusalz, kleine Wurzelräume, erhöhte Temperaturen etc.. Das macht sie anfälliger für den Hallimasch.

Gesundheits-Vorsorge

Im Umkehrschluss heisst das, dass alles, was ihren Kirschbaum gesund hält, ihn dementsprechend auch gegen den Hallimasch schützt. Dafür wenden sie sich am Besten an jemanden, der sich mit Kirschkulturen (Landwirt:innen, Baumpfleger:innen, Gärtner:innen) auskennt.

Viren, andere Pilze und Nematoden

Soweit ich weiss, sind keine Pflanzen in der Schweiz bekannt, die Hallimasche parasitieren und unter den Kirschbaum gepflanzt den Hallimasch schwächen könnten. Allerdings gibt es Viren, andere Pilze und Nematoden, die im Boden Hallimasche anfallen. Eine artenreiche Beflanzung unter dem Kirschbaum kann dazu beitragen, dass sich viele verschiedene Kleinstlebewesen, inklusiv solche, die den Hallimasch fressen und konkurrenzieren, wohl fühlen und gedeihen.

Weltrekord Hallimasch

Fun fact: der grösste Pilz der Welt ist ein Hallimasch. Er erstreckt sich über eine Fläche von etwa 9 Quadratkilometern. Gut möglich also, dass ein einzelnes Pilzindividuum für alle befallenen Bäume in ihrem Quartier verantwortlich ist.

Freundliche Grüsse

Seraina Cappelli